Massendefekt – 02.04.2016, Nachtleben Frankfurt

Ich muss gestehen, die Band hat mir bis vor kurzem nicht wirklich etwas gesagt. Ein Bekannter scheint jedoch glühender Fan zu sein und so begab es sich, dass der Nürnberger und sein Kumpel das Konzert eben dieser Band in meiner Heimatstadt besuchen wollte. Was liegt da näher, als auch noch Knuffi und ihren Bändiger dazu zu holen und das Konzert ebenfalls zu besuchen.

Nachdem also am Samstag Nachmittag alle bei mir eingetrudelt sind machen wir uns nach einem gemütlichen Sit-In auf den Weg. 18 Uhr ist Einlass? Wir nehmen die Bahn um zehn nach sechs. Das ist Rock’n’Roll. Gegen kurz vor sieben sind wir dann in der Innenstadt und stärken uns noch kurz an einer Imbissbude, bevor wir uns auf den Weg zur Location machen. Man bedenke hierbei, dass es um sieben noch hell draußen ist. Dazu ist es ein sonniger Tag. Wir flanieren also im Sonnenschein über die Einkaufsstraße, betreten eine schicke Bar durch die wir später in die Konzert-Location im Keller kommen. Irgendwie schräg. Erst mal die Jacken abgeben. Die etwas grimmig dreinschauende Garderobendame versucht sich einige Zeit an meinem Reißverschluss, scheitert und hängt die Jacke missmutig weg. Aus dem Keller dröhnt bereits Musik, die Vorgruppe Alex Mofa Gang scheint bereits zu spielen und so begeben auch wir uns nach unten.

Die Location ist extrem klein, ich muss gestehen, noch kein Konzert im Nachtleben gesehen zu haben. Was ich jedoch sehe gefällt mir sehr. Die Vorgruppe macht indes gut Stimmung, was ich höre gefällt mir. Plötzlich sitzt der Sänger auf der Theke und heizt das Publikum an. Gut, so auch noch nicht gesehen. Besonders viel bekommen wir irgendwie nicht mehr von der Band mit, eventuell haben sie auch nur extrem kurz gespielt. Wir entscheiden uns, die Wartezeit bis Massendefekt an der frischen Luft zu verbringen. Geht man nun hoch und betritt die schicke Bar wird man aus der Konzertatmosphäre förmlich rausgerissen. Ich sag ja, schräg.

Um kurz vor acht sind wir dann wieder unten im Keller, gerade rechtzeitig denn pünktlich zur vollen Stunde betreten Massendefekt die Bühne. Ich kenne ja nun nicht wirklich viel von den Jungs, aber die Musik geht direkt ins Ohr und regt zum Mitwippen an. Ich ärgere mich bereits beim ersten Song, mich nicht näher mit der Band befasst, sprich, die Texte gelernt zu haben. „Mauern“ vom aktuellen Album „Echos“ kenne ich jedoch. Also, ich hab es schon mal gehört. Für den Refrain von „Überlebt“ fordert uns der Sänger zu einem Wettstreit bezüglich des Refrains auf. Jeder soll so laut wie möglich mitsingen, es geht um einen Städtebattle. Es gilt, Leipzig zu schlagen. Nach dem Song ist klar, das haben wir geschafft und ich frage mich, welche Stadt am Ende der Tour wohl als Sieger hervorgeht und ob Leipzig immer als zu schlagender Gegner herhalten muss. Unter den folgenden Songs befindet sich dann auch der dem Album titelgebende Song „Echos“, auch das habe ich zumindest schon mal gehört und kann es auch ein wenig mitsingen. Juhu. Die Jungs spielen offenbar nicht nur eigene Songs uns so bekommen wir auch ein Cover des Planlos-Songs „Totgesagte leben länger“ zu hören. Mit „Frei von dir“ entdecke ich einen weiteren Song, der in meiner Playlist landen wird. Es wird verkündet, dass der Schlagzeuger Geburtstag hat, woraufhin die Halle ihm ein Ständchen singt. Der Sänger verrät, es habe ein Fußbad zum Geburtstag gegeben, später erfahre ich jedoch, dass das nur gelogen war. Empörend. Für ein weiteres Lied, von dem ich leider nicht mehr weiß, welches es war, wird das Publikum geteilt, eine Wall of Death gebildet und dann folgt der altbekannte Pogo im Kreis. Wir bekommen „Alles was bleibt“ und „Ein Gruß gen Himmel“ zu hören und gegen viertel nach neun geht die Band dann von der Bühne um kurze Zeit später mit Liedern wie „Wellenreiter“, einem Cover von „Mr. Vain“, „Der Weg“ (von dem der Sänger behauptet, es an diesem Tag im Auto geschrieben zu haben. Ist klar.) und zum Abschluss des Konzerts „Massendefekt“ noch einmal zurück zu kommen. Es wird noch ein Foto mit der Menge gemacht und um zwanzig vor zehn ist dann alles schon wieder vorbei.

Wir begeben uns nach oben, nehmen noch das ein oder andere Kaltgetränk zu uns und quatschen mit der Band, die sich mittlerweile am Merchstand eingefunden hat. Natürlich werden auch Fotos gemacht und auch Sascha, der Sänger der Vorgruppe ist mit am Start. Bis um elf Uhr hängen wir noch dort herum, die Garderobe ist längst abgebaut, die Jacken gibt es nun an der Bar. Wir machen uns auf den Weg nach Alt-Sachsenhausen, um kurz im Speak Easy und den Rest des Abends dann in der Klapper33 zu versacken.

Das Konzert hat mir richtig gut gefallen, ich hätte mir gewünscht, die Texte zu kennen, denn der Sound animiert einfach zum Mitgröhlen. Das nächste Mal bin ich besser vorbereitet, versprochen. Auch die Stimmung fand ich ausgesprochen gut, hab mir aber sagen lassen, dass da noch mehr geht. Auch der Sänger meinte nach dem Konzert beim gemütlichen Plausch am Merchstand, dass es zwar gut laut war und viele mitgesungen haben, dass es ihm aber insgesamt an Bewegung gefehlt hat. Na mal sehen, ob ich da bald mal einen Vergleich ziehen kann.

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