Vega & BOSCA – 08.04.2016, Batschkapp Frankfurt

Auf das Konzert heute Abend freu ich mich schon seit Monaten. Noch etwas geschafft vom W-Konzert am Abend zuvor begebe ich mich zur Batschkapp. Ich reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln an und bereits in der Bahn befinden sich gefühlt 95% Freunde von Niemand. Gegen 19:00 Uhr bin ich dann vor Ort und warte noch etwa zwanzig Minuten auf den Hessen, den Tobi und drei weitere Buben.

Wir begeben uns auch sogleich in die Halle, wo wir jeder ein FvN-Fähnchen in die Hand gedrückt bekommen. Kennen wir ja schon aus Aschaffenburg. Ich stürme, nachdem ich brav meine Jacke an der Garderobe losgeworden bin, direkt den Merch-Stand. Hoffnungsvoll frage ich nach dem FvN-Hoodie in S und während der junge Mann danach sucht sinkt meine Hoffnung. Tatsächlich hat er aber noch einen übrig, welchen ich strahlend in Empfang nehme. Zur Feier des Tages gönne ich mir noch das neue „Frankfurt bleibt Frankfurt“-Shirt und dann begeben der Hesse und ich uns zu den anderen auf die Galerie. 2016-04-09 20.13.11Die Halle ist schon mächtig gefüllt, es verspricht, ein heißer, drängender Abend zu werden. Ich genehmige mir erstmal einen Maracujasaft an der Bar.

Gegen zwanzig vor neun betritt Montez, ein Künstler von Vegas zweitem Label „Über die Grenze“ die Bühne und heizt die Menge für etwa zehn Minuten vor. Abgelöst wird er von seinem Label-Kollegen Born, der ebenfalls zehn Minuten zeigt, was er kann. An seinen Track „Stimme, Flow, Technik“ erinnere ich mich sogar noch vom Aschaffenburg-Gig.

Kurz nach neun steht dann Timeless mit seinem Kollegen Splinta823 (ich muss mittlerweile nicht mal mehr nachschauen, wie die Zahlen im Namen sind xD) auf der Bühne. Heute ist nicht nur der Tourabschluss der „Alte Liebe rostet nicht“-Tour, sondern auch der Release-Tag von Timeys neuen Album „Antiheld“. Da die Box bereits bei mir im Briefkasten lag, ich jedoch einen großen Teil des Tages mit der Reise von München nach Frankfurt verbracht habe, musste ich mir das Album ein zweites Mal kaufen, um es mir während der Zugfahrt in Ruhe zu Gemüte führen zu können. Ich habe die doppelte Ausgabe nicht bereut.

Ich war lang genug am Boden, aber jetzt bin ich am Zug

Ich kann nicht länger oben auf der Galerie bleiben und auf die tobende Menge herabsehen. Die Halle ist unfassbar voll, aber ich muss da rein. Gesagt getan, lasse ich mich durch die bereits schweißnasse Menschenmasse drücken und schieben und stehe irgendwann ziemlich weit vorne, rechts von der Bühne. Ein mir sehr vertrauter Platz, wie ich feststelle. Auch die Umgebung wirkt vertraut, die Leute, welche in der Bahn direkt neben mir standen tun dies nun wieder. Timeless startet sein Set wie auch in Mannheim mit „Antiheld“ und auch „Krone“, „Seven Oaks“, „Zwei Stimmen“ und „Schockwelle“ fehlen nicht. Zu „Blaues Blut“ holt er wieder seine hübsche Freundin auf die Bühne und Splinta823 darf wieder seinen Song „Rosen auf dem Pflasterstein“ darbieten. Die beiden sind gut drauf, ich bin einmal mehr fasziniert von Timeys Technik und frage mich wiedermal, wie so ein Album wie „00:00“ passieren konnte (no offence).

Nach einer kurzen Pause betreten dann gegen viertel vor zehn endlich die beiden Hauptacts die Bühne. Bosca und Vega legen gewohnt direkt los, der Opener ballert aus den Boxen und in der Halle wird es noch ein paar Grad heißer. Bei sowas wie „Wie viel kannst du zählen? Eins, zwei, drei Bullenschweine.“ frage ich mich immer, ob man so ne Line mit dem Gedanken im Hinterkopf schreibt, dass sich das live über mächtig anhören muss, wenn die ganze Halle das brüllt. Nach dem ersten Lied drängen erstaunlich viele Mädchen aus den vorderen Bereichen nach hinten. Oh, hatten wohl nicht mit dem Pogo gerechnet. Bosca hatte was die Bühnenshow angeht nicht zuviel versprochen. Es gibt eine riesige Videoleinwand und eine Konfettikanone. Allerdings hat die Videoleinwand leichte Aussetzer und so funktioniert sie stellenweise leider gar nicht. Vega wirkt darüber auch nicht sonderlich erfreut, hat er doch eigenen Aussagen zufolge Millionen dafür gezahlt xD ein Schuldiger ist jedoch schnell gefunden, V verrät uns, dass der Lichtmensch Köln-Fan ist, was die Halle dazu veranlasst, von der „Scheiße vom Dom“ zu singen. Generell dürfen zwischendurch selbstverständlich auch die Fangesänge über die Eintracht nicht fehlen, welche auch die beiden Jungs auf der Bühne sichtlich genießen.

Die Stimmung in der Halle ist super, es ist extrem heiß, der Schweiß läuft mir den Rücken runter, aber das ist mir egal, wenn ich dafür Songs wie „Wieder unterwegs“, „Platz in meinem Herzen“, „Alle Kameras an?“ und vor allem „Kannst du es sehn“ hören kann. Ich liebe die Stimmung bei letzterem Lied, sie ist immer so ausgelassen, beim Refrain springt die ganze Halle, die Jungs auf der Bühne, Vega, Bosca, Timeless, springen umher, es ist eine Freude dabei zuzusehen. Und mitzumachen. Auch, wenn einem danach noch heißer ist.

Tun wir so als wäre Frankfurt nicht die Eins auf der Welt, Fotze!

Neben den bereits auf der Bühne aufgetauchten Kollegen haben Vega und Bosca auch Bizzy Montana dabei, der für eine Stippvisite auf die Stage kommt und etwas aus seinem Repertoire zum Besten gibt. Natürlich werden auch wieder Getränke in Form von Schnaps an die Fans verteilt. Ich steh ja auf so wiederkehrende Rituale. Highlights der Setlist sind für mich heute wieder „1312“ und „Dafür brauch ich kein Mic“. Ich mag diese in Musik kanalisierte Aggression. Zu „2 Sekunden Pt2“ sollen dann alle ihre Fähnchen auspacken. Die Ausbeute ist eher dürftig. So dürftig, dass Vega sich fragt, ob die Fähnchen am Eingang überhaupt verteilt worden sind. Ich schaue mich um, überall auf dem Boden traurige Reste von zertretenen Fähnchen. Es war aber zugegebenermaßen auch schwer bei dieser Action das Fähnchen unbeschadet zu halten. Auf der Bühne macht sich jemand über ein einsames Stäbchen lustig, welches sein Fähnchen verloren hat aber dennoch stolz nach oben ragt.

Schau mal, wie stolz der sein Stäbchen hochhält, dabei ist da gar kein Fähnchen mehr dran.

Bei „Bounce mit uns“ wird die Halle gebeten eine Wall of Death zu bilden, es folgt das mittlerweile wie so Vieles gewohnte Tanzen im Kreis. „Meine Feinde“ feier ich auch von Mal zu Mal mehr und wie sollte es anders sein, ist bei „König ohne Krone“ die Frankfurt-Line zu leise. Man sollte aber tatsächlich meinen, dass Frankfurt das lauter kann und so bekommen wir eine zweite Chance. Unerwartet wird uns sogar noch eine dritte Chance beschert, als der Sound von DJ Prons Pult absäuft. Aber was solls, aller Guten Dinge sind ohnehin drei und so nehmen es die Jungs gelassen. Ich auch – noch ein kleines Stückchen mehr Musik für mich. Den Abschluss des Konzertes und damit auch der Tour bildet dann gegen 23:40 Uhr wieder „Ausgebrannt“.

Wollte gehn als der Rest nur noch Dreck quatschte, doch bin geblieben – Frankfurt ist echt, Alter!

Ich schaue nach, ob der Hesse noch auf der Galerie ist, aber Fehlanzeige. Dann überlege ich, ob ich noch warten soll, bis die Jungs wie versprochen zum Merchstand kommen. Ich entscheide mich dafür und drücke mich noch ein wenig in der Halle rum. Es dauert nicht lange, da kann ich bereits Born und Montez ausmachen, die durch die Halle laufen und Bilder mit Fans machen lassen. Kurz darauf taucht auch Timeless am Merchstand auf und gibt Autogramme und lässt sich mit Fans fotografieren. Bizzy Montana kann ich auch am Stand ausmachen und dann entdecke ich auch Vega und Bosca. Ich lasse Bizzy auf meinem Ticket unterschreiben, dann begebe ich mich Richtung Bosca. Eigentlich will ich nur mein Ticket unterschreiben lassen, entscheide mich dann aber als ich vor ihm stehe doch dafür, ihn um ein Foto zu bitten. Und wem auch immer ich mein Handy in die Hand gedrückt habe, ich möchte mich für einen hervorragenden Job bedanken. Eines der wenigen Bilder auf denen ich nicht absolut bescheuert schaue xD. Jacque_BoscaIch wäre ja gerne noch länger so in seinem Arm da rumgestanden, aber da wollten ja auch noch mehr Leute Fotos machen, also wende ich mich nun der Traube um Vega zu. Jetzt, wo er so zum erstem Mal direkt vor mir steht stelle ich fest, dass er ganz schön klein ist. Wirkt auf der Bühne gar nicht so. Wie auch immer, ich bitte ihn um ein Autogramm auf meinem Ticket und überlege dann, ob ich wohl meine Jacke mal so langsam von der Garderobe abholen sollte. Der Zeitpunkt scheint gut, die Garderobe ist leer und so hole ich mein Eigentum und verlasse gegen viertel vor eins die Kapp. Ein Taxi bringt mich schnell nach Hause. Ich habe ca 3h Schlaf bevor der Wecker klingelt und ich mich auf den Weg nach Innsbruck zum W-Konzert mache.

Das Konzert war großartig. Ich bin verschwitzt und glücklich. Die Jungs auf der Bühne waren gut drauf und haben eine verdammt gute Show abgezogen. Da kann man auch locker über die paar Textaussetzer hinwegsehen. Von den drei Konzerten der Tour, die ich gesehen habe, war dies das größte (denke mal, war eh das größte der Tour?), es war wie bereits erwähnt unfassbar voll in der Halle, von einer Wand zur anderen, alles voll mit Menschen. Das allein ergibt schon eine recht gute Basis für eine super Stimmung. Ich fand jedoch insgesamt gesehen das Konzert in Aschaffenburg am besten. Weil es auch diesen Heimspiel-Charakter hatte, aber noch dazu die durch die kleine Halle gegebene familiäre Atmosphäre, die in einer Halle in der Größenordnung der Batschkapp einfach nicht mehr gegeben ist. Jetzt könnte der November und damit das „Fünf Jahre Freunde von Niemand“-Konzert kommen. Mal sehen, was im Sommer so für Festivals anstehen.

 

 

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