Vega & BOSCA – 22.10.2016, Circus Maximus Koblenz

Es ist wieder soweit. Vega und Bosca spielen wieder, diesmal in Koblenz. Nicht ganz so zeitig wie geplant mache ich mich auf den Weg, den Hesse und den Tobi abzuholen. Am Ortseingang lass ich mich noch mal eben fotografieren und kurz darauf sammel ich die beiden am Straßenrand ein. Weiter gehts auf der rund zweistündigen Fahrt nach Koblenz.

Die Fahrt verläuft ohne größere Zwischenfälle und beim Circus Maximus angekommen beginnt die Parkplatzsuche. Auf der Straße finde ich auf Anhieb nichts, also suchen wir ein Parkhaus. Der Weg zum ersten führt durch eine enge, aus Barrikaden bestehende Gasse. Endlich durchgeschlängelt stellen wir fest, 1,90m ist einfach zu niedrig für Boscar Cannabus. Wenden ist unmöglich, die Jungs steigen also aus und winken mich rückwärts durch die enge Gasse zurück. Gut, genug Aufregung für heute. Nächster Versuch. Neues Parkhaus, neues Glück. 2,10m …. ach, das passt bestimmt. Auf der Auffahrt bekomme ich Zweifel. Tobi springt aus dem Auto und läuft vorweg um die Höhe abzuchecken und mich um Hindernisse wie Lampen drumherum zu winken. Ich sitze geduckt im Auto und taste mich langsam vor. Der Gesichtsausdruck passt nicht immer zu den Gesten, die er mit seinen Händen macht aber irgendwie kommen wir schließlich mit Dach an einem Parkplatz an. Puh. Ich bin fertig mit den Nerven.

Aus dem Parkhaus raus und …. wir stehen in einem riesigen Einkaufszentrum. Nach gut 10 Minuten haben wir dann auch den Ausgang gefunden und bewegen uns langsam in Richtung der Location. Während wir uns noch ein paar extra saure Mini Chupa Chups gönnen sinnieren wir darüber, ob es sinnvoll wäre nachzuschauen, wann das Parkhaus schließt. Da wir die Karre da jetzt ohnehin nicht noch mal rausmanövrieren wollen, belassen wir es beim sinnieren und begeben uns zur Halle. Diese entpuppt sich als eine Bar mit einer Konzert-Location im Keller und erinnert mich stark an das Nachtleben in Frankfurt, wo ich zuletzt den „Keine Liebe Jam“ besucht habe. So um acht sind wir dann drin.

Schon am Eingang erkenne ich zwei Bekannte Gesichter, die Jungs aus Trier sind tatsächlich auch gekommen. Während der ein oder andere Getränke organisiert, lässt sich Face am Merchstand blicken. Ich schau mich ein wenig um und finde die Halle auf den ersten Blick merkwürdig. Sie ist komisch geschnitten (beschreibt durch die eine Wand und die Bar irgendwie so ne Welle) und stellenweise extrem niedrig. Auch die Bühne ist sogar im Vergleich mit Trier winzig. Allerdings ist der Raum bereits gut gefüllt, es könnte also ein feiner Abend werden.

Um 20:20 legen die Jungs dann los und ich wundere mich bzw frage mich, ob wir so spät waren, dass wir Face verpasst haben. Ich glaube, der erste Song war wieder Anticops. Nach dem zweiten oder dritten Song bitten Vega und Bosca darum, das Licht etwas mehr zu dämmen. Bosca kommentiert, es sei ohnehin nicht so wichtig sie zu sehen, sie seien ja nicht so schön. Dies wird von einem Mädchen neben mir mit „Bosca, du bist doch sehr schön“ dementiert. Es folgt „Hip Hop & Rap“ und ich empfinde den Bass als etwas unangenehm übersteuert. Vielleicht liegt es aber auch am sich sicherlich auf Grund der räumlichen Gegebenheiten etwas merkwürdig verteilendem Schall. Nach „Wir sind die Eins“ erzählt Bosca von dem gestrigen Auftritt in Berlin und dass sie zurückgeflogen sind. Und im Flieger abgestürzt sind. Mehrmals. Dann knallt „Alte Liebe rostet nicht“ aus den Boxen und „Alle Kameras an?“ folgt dicht darauf. Nach dem Song blickt ein sichtlich verwirrter Bosca auf die Setlist und verkündet unter Lachen, dass sie nun locker sieben bis acht Lieder übersprungen haben. Dann macht er weiter mit „Platz in meinem Herzen“ und „In einer Welt“. Vor allem letzteren kann ich gar nicht oft genug live hören, ich mag es zuzusehen, wie er den Song performt. Für „In the Air“ sucht er Goldkehlchen und Voices of Germany im Publikum und das in tiefstem Hessisch. Ich weiß nicht, ob es am Gesang lag, aber im Anschluss geht die Schnapsflasche durchs Publikum.

Bosca möchte, dass beim nächsten Song alle bis an die Decke springen. Und er hat recht als er sagt, dass sei in dieser Location auf jeden Fall machbar. Der DJ spielt das falsche Lied an, was Vega mit einem trockenen „Nichtsnutz“ kommentiert und dann erfüllt „Fremd in diesem Land“ die Halle. Auch eines der Lieder die ich vor allem wegen der Gestik und Mimik die Bosca dazu macht sehr gerne live sehe. Nach „Mit oder gegen uns?“ beschwert Bosca sich, dass es zwischen den Songs so leise in der Halle ist. Stimmt, ich hör gar keine Fußballgesänge. Auch heute hat Bosca seine neue Single „Später Sommer“ mit dabei und je öfter ich es höre, desto mehr stelle ich fest, wie gut dieses Lied einfach die darin beschriebene Stimmung trifft. Jetzt kommt auch Face auf die Bühne und ich bin ja doch ein wenig erleichtert, dass wir ihn nicht verpasst haben. Leider hat er kein Mic dabei und es ist auf die schnelle auch keins zu finden, da bekommt er erst mal das von Vega geliehen. Vollständig ausgerüstet legt er dann mit seinem neuen Song, dem „Intro“ seines am 11.11.2016 erscheinenden Albums „Rot“ los. Es folgt „Düsen auf den Tisch“, ein Song den er mit Bosca gemacht hat und den dieser bereits beim Konzert in Trier präsentiert hat – also seinen Part halt. Die beiden zusammen auf der Bühne sind einfach grandios anzuschauen finde ich. Face macht irgendwie das Bosca dreckiger und frecher wirkt, keine Ahnung haha. Als letztes darf auch „180“ nicht fehlen, den Song hab ich ja auf zuvor genanntem „Keine Liebe Jam“ erst so richtig schätzen gelernt, weil er live einfach ein Brett ist. Nach seinem Auftritt lässt Face sich einfach von der Bühne aus in die Menge fallen und zieht dann nach hinten ab Richtung Merchstand. Auf der Bühne gibt es ein Problem, die Batterie eines der Mics ist leer. Die Tatsache hinterlässt einen einigermaßen fassungslosen Bosca, der sowas nach eigenen Angaben noch nie erlebt hat. Es lässt sich offenbar noch ein aufgeladenes Mic organisieren, denn es geht weiter mit „Der mit den Adlern fliegt“ gefolgt von zwei Ausrastsongs „1312“ und „Dafür brauch ich kein Mic“.

Bosca moderiert „2 Sekunden Pt. 2“ wieder als den FVN-Song an und auf der Bühne wird wieder das FVN Banner geschwenkt. Im Anschluss erklärt Bosca, dass sie jetzt eigentlich von der Bühne gehen würden, damit die Leute Zugabe rufen können, dass dies aber auf Grund der örtlichen Begebenheiten nicht möglich ist. Vega kommt auf die Idee, sie könnten sich stattdessen ja am Bühnenrand verstecken und unter kichern tun sie das dann auch.

Überraschend kommen sie dann auch gleich wieder aus ihrem Versteck und starten den Zugabeblock mit „Meine Feinde“. Darf einfach nicht fehlen. „So mächtig“ geht über in „Bosca the Heat“ und dann moderiert Bosca mit dem Hinweis, sie seien nun „Ausgebrannt“ den letzten Song des Abends an. Das Lied beginnt und bricht kurz darauf ab. Trocken schlägt Vega vor „Dann spielen wir doch einfach erst mal König ohne Krone“ – ups. Machen sie dann auch. „König ohne Krone“ und dann sind sie wieder „Ausgebrannt“ während ich mir den grauen Bosca Pulli am Merchstand gönne. Die Reihenfolge stimmt offenbar auch nicht, denn war „Ausgebrannt“ bisher tatsächlich letzter Song des Sets wird nun noch einer hinterhergeschoben. Vega erinnert an die Kaos Tour und dass die Anmoderation des vorerst letzten Songs vom Publikum mit Arschloch beantwortet wurde. Bosca ist der Meinung, es braucht eine neue, krassere Beleidigung. Aber irgendwas mit Müttern ist uncool, da sind sich beide einig. Das Publikum stimmt einen SGE-Fangesang an und dann folgt das „Outro“ von Vincent. Gegen 21:45 ist Ende. Irgendwie war das ein total schräges Konzert, die Jungs wirkten völlig überdreht, haben übertrieben viel geredet (also die reden ja schon immer mit dem Publikum, aber heute einfach noch mal mehr), waren total verpeilt. Aber dennoch richtig gut. War wohl ein super Abend in Berlin 😉

Die Jungs wollen eigentlich noch zum Merchstand kommen also drücken wir uns noch ein wenig dort im Keller rum. Wir werden jedoch rausgekehrt und erhalten die Info, dass alles weitere oben stattfindet. Die Treppe ist überfüllt, Tobi bereits draußen also stellen der Hesse und ich uns einfach unten an. Face kommt aus dem Backstage und drängt sich die Treppe hoch. Kurz darauf kommt auch Bosca, sagt kurz hallo und kämpft sich dann auch nach oben.

Irgendwann kommen wir auch oben an und die Schlange vor Bosca und Face ist unfassbar lang. Ich beschließe, auf das obligatorische Autogramm auf meinem Ticket zu verzichten und wir stellen uns draußen vor die Scheibe und quatschen noch ein wenig. Mittlerweile ist auch Tobi wieder zu uns gestoßen. Von hier draußen können wir das Spektakel drinnen ziemlich gut beobachten und es ist lustig den beiden beim Fotos und Faxen machen zuzusehen. Irgendwann gesellt sich ein Typ zu uns und wir quatschen ein wenig. Er hat zwar gefühlt zwanzig Mal erwähnt, dass er das Backup von Face auf der Cobra 3 Tour sein wird, aber leider hat er seinen Namen nicht genannt, ich weiß also leider nicht, wer es ist xD vielleicht kann mir ja jemand auf die Sprünge helfen. Währenddessen tut Face hin und wieder so, als würde er von drinnen die Scheibe mit einem Stuhl einschmeißen. Was durch die Tatsache, dass der Laden oben schon etwas schicker aussieht sehr skurril wirkt. Jedenfalls zeigt der Typ der mit uns quatscht sich sehr beeindruckt vom Support, den die Frankfurter Fans leisten und ist interessiert an unserer Meinung zu den neuen Songs. Drinnen ist es mittlerweile sehr leer geworden und so gehen wir doch noch mal rein und ich hol mir doch mein Autogramm. Bosca ist wie immer total nett und erkennt mich immer noch haha. Kurz gequatscht, Ticket unterschreiben lassen, Blick losreissen und los.

Wir machen uns auf den Weg zum Parkhaus und was soll ich sagen? Es ist geschlossen. Ok, also die Nummer des Notdienstes anrufen und erfahren, dass sie jedes Parkhaus ihrer Firma fernsteuern können außer das in Koblenz wegen irgendwelcher Auflagen der Stadt. Wir können noch nicht mal rein, um was ausm Auto zu holen. Da sind meine super sauren Mini Chupa Chups drin *heul* ok, es hilft alles nichts, wir zücken das Handy und suchen ein Hotel. Ein Ibis ist in der Nähe. Ein kurzer Anruf und wir können vorbeikommen. Wir beziehen unser Drei-Bett-Zimmer zu 105€ und überlegen, was wir nun mit dem angefangenen Abend anstellen. Ich hab leider meine Jacke im Auto, daher bietet Tobi an, meinen zweiten Pulli anzuziehen und mir seine FVN-Bomberjacke zu geben. Kleines Problem (im wahrsten Sinne des Wortes hahaha): der Pulli hat Größe S. Und Tobi ist jetzt nicht so klein. Naja passt grad so rein, sieht schick aus. Da wir kein Gepäck haben müssen wir nichts auspacken und ziehen direkt weiter. Kurzer Stopp an der Bar, Bier bzw Wodka-Cola auf den Schreck und dann erstmal zum am Bahnhof ansässigen McDonalds. Frisch gestärkt machen wir uns dann auf den Weg in die Altstadt auf der Suche nach einem Kiosk der super saure mini Chupa Chups führt. Da haben wir die Rechnung ohne Koblenz gemacht. Obwohl wir uns sogar durchfragen, keiner kann uns weiterhelfen. Schließlich, als wir die Hoffnung schon aufgegeben haben, finden wir zwei blutjunge Kioskbesitzer. Und sie haben super saure Chupa Chups. Selig machen wir uns gegen 2 Uhr auf den Weg zurück ins Hotel. Dort angekommen klettern wir auf einen Balkon vor unserem Fenster, und quatschen noch eine Weile, bevor wir dann in die Betten fallen. Das Parkhaus macht um 8:30 auf, das Hotel schmeißt uns um zwölf raus, wir haben also Zeit auszuschlafen.

Am nächsten Morgen steht uns noch die spannende Aufgabe bevor, wieder MIT DACH aus dem Parkhaus rauszukommen. Zuerst stehen wir gespannt am Kassenautomaten. Das Parkticket kostet stolze 23€. Diesmal macht der Hesse den Wegweiser und sicher und geschickt lotst auch er mich um alle Hindernisse drumherum und ich bin unglaublich glücklich, als ich den Himmel wieder sehen kann. Durch die Windschutzscheibe, das Dach ist noch drauf. Der Rest der Heimfahrt verläuft wieder entspannt und nachdem ich meine beiden Begleiter wieder wohlbehalten abgeliefert habe mache auch ich mich auf den Heimweg.

Und Momente bleiben, die wir bis zum Ende nicht vergessen

 

 

 

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