Haiyti – 18.02.2017, Zoom Frankfurt

Haiyti hab ich durch eine Freundin kennengelernt. Ich fand sie als Person recht cool und die Musik ganz chillig und da derzeit ohnehin keine Konzerte anstanden, ich aber Lust drauf hatte, beschloss ich kurzerhand, mir das Mädel auch einmal live anzuhören.

Mit ein paar Leuten im Vorfeld getroffen und gegen Abend dann ab zur Location. Das Zoom in der Frankfurter Innenstadt, ich stelle fest, ich hab dort noch nie ein Konzert besucht. Gegen halb acht sind wir drinnen. Es geht eine Treppe hoch und dann offenbart sich der Raum. Der Laden ist ziemlich klein, wir stürmen als erstes die Theke, wo ich mir eine Johannisbeerschorle gönne. Ein kurzer Abstecher auf den Raucherbalkon und dann suche ich mir einen Platz an der Treppe. Gegen 20:30 Uhr macht sich Ungeduld breit doch kurz darauf geht es los.

Joey Bargeld eröffnet den Abend und das ganz schön laut. Die Stimmung in der Halle ist gut, die Musik jedoch nicht ganz so mein Fall. Denke ich zunächst. Ich muss meine Meinung jedoch noch revidieren, zuhause würde ich mir das alles eher nicht anhören aber live gefällt es mir irgendwie recht gut. Zu einem Song kommt Trettmann auf die Bühne und wird vom Publikum frenetisch gefeiert. Joey rappt irgendwann davon, Drogen in seinen Venen zu haben, sein letzter Song geht gut ab, alle hüpfen und tanzen und gegen 21 Uhr ist sein Part dann vorbei, er verlässt die Bühne.

Kurz darauf erscheint Trettmann und legt direkt nach. Er macht chillige Musik, auch hier ist die Stimmung gut, der ganze Laden riecht nach Weed. Trettmann hat unter anderem einen Song von seiner neuen EP im Gepäck und spielt auch seinen Song mit Bonez, welcher jedoch nur vom Band dazugemischt wird. Zu einem Song wünscht sich Trettmann einen Moshpit. Joey Bargeld springt mit Kamera mittenrein. Pogo geht zwar anders, aber alle springen und tanzen umher. Bei Trettmanns „Wie Du“ kocht die Stimmung dann fast über. Eine Frau in einem „FFM Hates You“-Shirt läuft an mir vorbei, die Freunde von Niemand sind überall. Um kurz vor zehn ist Trettmann dann durch mit seinem Set und verlässt die Bühne.

Ein Mädel, welches ich meine bereits vorher gesehen zu haben bahnt sich seinen Weg durchs Publikum auf die Bühne. Es ist Haiyti, die sogleich mit „Pete Doherty“ vom Mixtape „City Tarif“ loslegt, einen Song den ich die letzten Tage sehr gefeiert habe. Es folgt „Geld, Taxis, Hotel“ vom Album „Nightliner“ und ein neuer Song „Pimp Slap Daddy“, welcher sich auf der neuen Scheibe „White Girl mit Luger“ befindet. Über „Kampfhund im Club“ freu ich mich auch übermaßig, und bin damit nicht alleine, die Stimmung in der Halle ist weiterhin ausgelassen. Hayitis Gast GPC übernimmt das Mic und stellt seinen Song „Audiowelt“ vor während die Hamburgerin im Hintergrund tanzt und abgeht. GPC scheint beim Publikum nicht so gut anzukommen, er performt insgesamt vier Songs während derer immer mehr Becher und andere Gegenstände auf die Bühne fliegen. Die beiden Mädels neben mir lassen sich ebenfalls darüber aus, wie kacke sie ihn finden, mir tut er etwas leid. Finde so ein Verhalten immer etwas respektlos nicht nur gegenüber dem performenden Künstler sondern auch dem Gastgeber gegenüber. Denn Haiyti hat sich sicher etwas dabei gedacht, als sie den jungen Mann eingeladen hat. Diese wirft nun auch ein paar Becher wieder zurück ins Publikum, während sie das Mic wieder übernimmt. Passend zum kommenden Song „Sergio“ verteilt sie Martini im Publikum. „Akku“, „Zeitboy“, „Ein Messer“, das Publikum feiert alle Songs und auch ich finde die Setlist sehr gelungen. Ein Typ springt unterdessen auf die Bühne und macht Selfies mit den Künstlern. Da er von alleine nicht auf die Idee kommt, die Bühne wieder zu verlassen, wird er schließlich freundlich aber bestimmt runtergeschickt. „Single“, „Angst“, „Citytarif“ und „Runter von der Straße“ beschließen den Abend fast und als letzter Song des Hayiti-Sets wird dann „Globus“ gespielt.

Trettmann und Hayiti spielen noch „120 Jahre“, quasi der Titelsong zur „Ich komm aus dem Club nicht raus“-Tour. Alle sind noch mal zusammen auf der Bühne, tanzen zum Beat, machen Party und um kurz vor elf ist das Spektakel dann zu Ende.

Ich begebe mich noch zum Merchstand um mir eine Platte zu kaufen wo Haiyti und die anderen Künstler bereits bereitwillig Autogramme geben und Fotos machen. Ich drücke einem Kerl in der Garderobenschlange noch meinen Chip in die Hand und dann warte ich auf die anderen.

Alles in allem fand ich es ein sehr abgefahrenes Konzert. Im Großen und Ganzen eher nicht so ganz meine Musik hat es live doch irre Spaß gemacht. Die Stimmung war total fröhlich und ausgelassen, alle haben gefeiert.

Haiyti ist super sympatisch, einfach ein ganz normales Mädel, vielleicht etwas sehr ausgeflippt aber überhaupt nicht abgehoben. Also … nur auf eine sehr positive Art. Ich würde sie mir definitiv jederzeit wieder live ansehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.