BOSCA – 14.02.2020, Cafe Central Weinheim

Heute also Weinheim. Gegen 17:00 Uhr mache ich Feierabend und lasse mich von meinem Begleiter an der Firma abholen. Die Fahrt verläuft ohne Zwischenfälle (naja abgesehen von einem durch mich verschuldeten kleinen Verfahrer kurz vor der Location) und so um zwanzig nach sechs stehen wir auf dem Parkplatz. Eine handvoll Menschen steht bereits vor der Tür und ich entspanne mich erst mal nach dem anstrengenden Arbeitstag.

Um kurz nach sieben betreten wir dann die Location und am Einlass erwartet mich die erste Überraschung. Der Typ der meine Karte abreisst und mir den Stempel gibt begrüßt mich mit den Worten „Hi Jackie“. Ich schaue offenbar einigermaßen irritiert, denn er erkennt sofort, dass ich ihn nicht zuordnen kann. Mit dem Stichwort „Onkelz Forum“ verspricht er mir, später vorbeizukommen und das Rätsel zu lösen.

Es ist noch recht leer vor der Bühne und wir stellen uns rechts von der Bühne an den Rand. Zwischenzeitlich werden wir von zwei Mädels gebeten, ihren Platz kurz freizuhalten, was wir natürlich gerne machen, ansonsten ist warten angesagt. Nicht schlimm, ich bin ja noch sehr entspannt. Gegen 20 Uhr ist es dann schon etwas voller geworden, auf der Bühne tut sich jedoch noch nichts. Dafür haben wir die Setlist entdeckt, die auf dem Bühnenboden klebt. Die kenn ich aber ja schon haha.

Um zehn nach acht betritt dann Rami Hattab die Bühne. Er spielt die gleichen drei Songs wie schon in Aschaffenburg und die Location ist inzwischen etwa so voll wie in Köln. Beim letzten Song kann ich Nio erspähen, der in der Tür zum Backstage zur Musik tanzt. Um 20 nach acht ist Rami dann wieder von der Bühne runter und DJ Pron betritt diese. Er ist also offenbar wieder gesundet.

Direkt im Anschluss hört man Nio aus dem Off. Die Stimmung ist inzwischen besser geworden, ich selbst bin immer noch sehr entspannt. Zu entspannt für ein Konzert – und ich steh auch noch ziemlich weit vorne. Mal sehen.

Wer von euch trinkt heute ein Alkohol?

Nio

Nio und Schenck spielen ihr wohlbekanntes Set, zwischendrin trinken wir gemeinsam einen auf die Eintracht und auch die Promo für die EP „Visionen“ darf nicht fehlen.

Schenck darf wieder zwei seiner Songs zum besten geben und der Pulk vor der Bühne, der ganz offensichtlich aus Waldhof-Fans besteht, ist inzwischen oberkörperfrei. Der Sound ist allerdings extrem unangenehm, denn wir stehen direkt an der Box, ich versuche, meinen Standpunkt etwas weg zu verlagern. Bei einigen Songs gibt es bereits Pogo, auch Nio stürzt sich in die Menge. Am Ende des Sets rufen wir nach Bosca. „Wir wollen Riot“ und „B-O-S-C-ANTICOPS“ Rufe klingen durch das Cafe. Schenck will wieder nicht weg, einen machen sie noch und dann verlassen die beiden gegen zwanzig vor neun die Bühne.

Es läuft ein bisschen Musik vom Band, DJ Pron rappt irgendeinen Song über eine Live-Bitch(?) mit, spielt Vegas Song „Locke“ und Face lässt sich an der Tür zum Backstage blicken. Um viertel vor neun etwa ertönt schließlich Bosca aus dem Off, um dann mit V-Acht und dem Song „Alle Spots auf mich“ sein Set zu starten. Wir fliegen mit den Adlern, sind wieder unterwegs und machens wie kein anderer und ich bin immer noch viel zu entspannt. Langsam komm ich mir doof vor, steh ganz vorne und hab kaum die Muße mich zu bewegen. Wird noch. Bosca hat die oberkörperfreien Männer vor der Bühne entdeckt und beschwert sich, das wie immer nur die Männer nackt sind. Buuuuh! Bei den Songs zuvor haben ein paar übermotivierte Jungs ihre Bekannte samt ihres Rollstuhls hochgehoben. Leider ist sie gestürzt aber die Jungs haben ihr natürlich sofort wieder in den Stuhl geholfen und sich vergewissert ob alles ok ist. Auch Bosca fragt noch mal nach ihrem Befinden. Ich mache Schenck im Publikum aus und es geht weiter – es liegt etwas in der Luft.

Wollen wir das hier zu unserem Freitag machen, oder was?

BOSCA

Heute ist sein Tag und Bosca ist gut drauf. Auch DJ Pron ist wie bereits erwähnt zurück – trotz Coronavirus wie Bosca ankündigt. Er war im „Wuhan-Clan“ gefangen. Heute also wieder ein bisschen albern. Ich mag das.

Wir stellen fest, dass das alles keine Fehler waren und für die Gang aus der Großstadt möchte Bosca dann einen Pogo sehen. Bekommt er auch, die Mannheimer scheinen sehr motiviert. Aus Gönnen wird Neid, wir tauchen ab und haben Lampenfieber, dann verlassen Bosca und V-Acht die Bühne. Pron animiert uns in der kurzen Pause zu „Alle Nazis sind Schweine“-Gesängen, welche imposant laut durch die Location hallen. 

Schräg vor mir steht inzwischen ein Typ, der mit zwei Handys gleichzeitig filmt. Offenbar ein Fortgeschrittener. Es folgt ein kurzes Telefonat mit Face und dann springt dieser mit den anderen beiden auf die Bühne – wieder aufgebretzelt mit Trainingsanzug und unfassbar hässlicher Sonnenbrille haha. Die oberkörperfreie Crowd ist inwzischen ganz schön betrunken, was der Stimmung jedoch keinen Abbruch tut. Auch bei „Scherben sind heiß“ gibts einen zünftigen Pogo.

Face, könntest du bitte aufhören, meine Crowd als Arschlöcher zu bezeichnen?

BOSCA

Bosca weist uns darauf hin, dass er keine Schuhe trägt, weil er es nicht geschafft hat, diese beim Outfitwechsel anzuziehen. Wir singen gemeinsam mit ihm „Alle Schuhe sind Schweine“. Auch heute erleben wir eine perfekte Überleitung zum Song „Glaub an mich“ und dann möchte Bosca sich ein Lied wünschen. Face macht „VayVayVay“. Danach verlassen die drei im Trainingsanzug die Bühne wieder und das Keyboard wird aufgebaut. Fünf Minuten später ist auch Bosca wieder da und möchte das Spiel „welchen Song spiele ich an“ spielen, aber das Keyboard ist offenbar verstellt. Der Fehler ist schnell behoben und wir können weiterlaufen.

Im Sommer ist alles einfach tausendmal geiler!

BOSCA

Wir erleben einen späten Sommer und bei den von V-Acht angezettelten Bosca-Rufen versteckt dieser sich verschämt hinter der Box. So viel Liebe. Da folgt erst mal „Riot“. So langsam kann ich mich auch wieder bewegen – spätestens bei dem Song muss das auch sein. Was freu ich mich auf die Batschkapp, die wird kochen. Wir gehen weiter zu den weißen Dünen und dann gibt es Schnaps.

Ach, ihr wunderschönen Süßigkeiten

BOSCA

Meine Uhr informiert mich nebenbei ständig über den aktuellen Stand beim Eintracht-Spiel. Die ständigen Tore der Dortmunder nerven und auch um mich rum nehme ich jedesmal enttäuschtes Gemurmel wahr. Vega ist auch heute nicht am Start, der muss laut Bosca Valentinstag feiern. Dafür ist Nio mit ihm wieder auf Krawall. Wir brauchen kein Mic und dann sind es nur noch 2 Sekunden (Pt. 2) bis das Hookmeldley folgt. Die Stimmung ist ausgelassen, aber Köln fand ich noch ne Schippe krasser. Heute bleibt es auch beim einmaligen Spielen. Im Anschluss sind wir anders und dann holt Bosca wieder die Mädels auf die Bühne. Wir werden aufgefordert alle raus auf die Gasse zu gehen, es folgt „Was glaubst du was passiert“ und der Waldhof sorgt für einen ordentlichen Pogo. Heute höre ich auch keine Eintrach-Gesänge, Weinheim wird vom Waldhof dominiert. Die Mädels müssen die Bühne verlassen, wir hören noch „Alles Schein“ und dann verschwinden auch Bosca und V-Acht um viertel nach zehn im Backstage. Instant erfolgen Zugabe-Rufe, gefolgt von weiteren Waldhof-Gesängen.

Die beiden Wiesbadener kommen mit dem König der Luft zurück auf die Bühne, holen Rami für ein traumhaftes Leben dazu und Bosca nutzt die Gelegenheit, das neue Album von dem ebenfalls aus Wiesbaden stammenden Sänger anzupreisen. Dann bietet er uns an, noch einen Wilden mit Face zu machen. Da sagen wir natürlich nicht nein – Face betritt mit Nio (den er als „Mini-Vega“ bezeichnet) die Bühne und sie legen Feuer.  Wir fliegen eine Runde mit den Adlern, Nio und Schenck zünden im letzten Refrain ihre Konfetti-Kanonen und dann ist Zeit für ein Foto mit der Crowd. Es wird wieder irgendein Waldhof-Lied gegrölt, dann beschließen Bosca und V-Acht das Set mit „Polarlights“. Gegen halb elf ist die Bühne wieder leer. Vom Band läuft noch „Burberry“, der neue Song von Vega.

Während ich warte um Bosca noch kurz hallo zu sagen, kommt der junge Mann vom Einlass auf mich zu. Er lüftet das Rätsel um seine Identität, ich freue mich, ihn mal live kennenzulernen und dann quatschen wir noch ein wenig, bis ich dem Star des Abends noch kurz hallo sage und dann raus gehe, wo meine Begleitung, welche die Location bereits früher verlassen hat, schon auf mich wartet. Inzwischen ist es zehn vor elf, um viertel nach zwölf bin ich dann wieder zuhause.

Insgesamt hat das Konzert viel Spaß gemacht und die Stimmung war echt gut, auch wenn ich den Laden schon voller (und vor allem heißer) erlebt habe. Eventuell hätte ich mich vor dem Konzert nicht so sehr entspannen sollen, dann hätte ich gleich von Anfang an aktiver werden können aber irgendwann konnte ich mich ja dann zum Glück wieder bewegen xD Wenn ich die bislang besuchten Konzerte ranken müsste, läge Weinheim auf einem stabilen zweiten Platz. Vor Aschaffenburg und nach Köln. Diesen Freitag steht dann das Finale in der Batschkapp in Frankfurt an. Ich freu mich mega!

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